Werth und Rothenberger in Siegerlaune

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­ Besser als heute beim Internationalen Festhallen Reitturnier Frankfurt (IFRF) kann Dressursport nicht ineinandergreifen – vom Louisdor-Preis zur internationalen Grand Prix-Bühne

„Das war tatsächlich etwas, was ich in 30 Jahren noch nicht erlebt hatte“, schmunzelt Isabell Werth und ergänzt: „Für mich war die einzige Option, anzuhalten und abzuwarten und Emilio hat das Gott sei Dank genauso gesehen.“ Was ist passiert? Kaum hatte Werth ihren Grand Prix, die internationale Fünf-Sterne-Prüfung präsentiert vom Bankhaus Metzler, begonnen, waren feuerwerks-ähnliche Geräusche in der Festhalle zu hören. Auslöser war ein defekter Lautsprecher. Nach einigen Minuten wurde die Lautsprecheranlage abgestellt – Stille in der Festhalle. Auch das war ungewohnt. Ohne Hintergrundmusik wirkte jedes Einzelgeräusch bedeutender, aber Emilio und Werth setzten ihre Prüfung fast so fort, als ob nie etwas gewesen ist. „Da hat Emilio wirklich Charakter bewiesen“, ist Werth auf ihren langjährigen Partner stolz. Am Ende siegte das Paar mit 74,631 Prozent.

Sieben Jahre zuvor hatte Emilio schon einmal in der Festhalle brilliert. Damals hat der Ehrenpreis-Sohn mit 79,10 Prozent das Finale des Louisdor-Preises gewonnen. Die höchste Wertung, die je in diesem Finale erreicht worden ist – bis jetzt. „Da wird Sönke mein Ergebnis von 2015 wahrscheinlich am Sonntag beim Finale toppen“, warf Werth aufmunternd in die Runde. In der Einlaufprüfung des Louisdor-Finales begeisterten am Freitagmorgen in der Festhalle Sönke Rothenberger und der erst achtjährige Fendi. Ihr Ergebnis: 79,553 Prozent. „Beim Abreiten war Fendi heute schon noch ‚on fire‘“, erzählt Rothenberger, „aber als er dann reinkam in die Halle, wusste ich. Heute geht alles! Er war gelassen, ich konnte ihn an und aus knipsen – es war so wie ich es mir wünsche!“

Für die siebenmalige Olympiasiegerin Werth war es der fünfte Sieg in Frankfurts Grand Prix. Das letzte Mal hatte sie sowohl Grand Prix als auch die Kür 2019 mit Don Johnson dominiert. Für Mannschafts-Olympiasieger Rothenberger war es überhaupt erst das dritte Mal, dass er in Frankfurts Dressurviereck am Start war – nach 2014 mit Favourit und 2015 mit Cosmo im Louisdor-Preis.

Starke Leistungen haben auch die jeweils Zweitplatzierten gezeigt. Im Grand Prix war das der schwedische Spitzenreiter Patrik Kittel auf seiner zehnjährigen Nachwuchsstute Forever Young HRH. Ein Pferd mit sehr viel Eifer und Talent für den Grand Prix-Sport. Mit 73,630 Prozent setzten sich die beiden vor Turnierchef Matthias Alexander Rath und seinen neunjährigen Destacado FRH. Rath schüttelte schon während der Prüfung mehrfach den Kopf und erklärte nach der Runde, dass die Ecken, die in der heutigen Prüfung auftauchten, auf sein Konto und nicht auf das des Pferdes gingen. Rath wird am Samstag im Grand Prix Special, im Preis der Liselott Schindling Stiftung erneut an den Start gehen, das gesamte IFRF-Orga-Team drückt schon jetzt die Daumen.

Ebenso wie Sieger Sönke strahlte auch der Zweitplatzierte in der Einlaufprüfung des Louisdor-Preises, Frederic Wandres, Mitglied im deutschen Olympiakader. Mit dem neunjährigen Harrods hat er im Lauf der Saison einen großen Sprung nach vorne gemacht: „Gerade in den vergangenen zwei Monaten habe ich gemerkt: Jetzt fällt ihm alles deutlich leichter.“ Mit 74,914 Prozent und Platz zwei war Wandres hochzufrieden.
(KiK/peandpa)

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